Das Bienenhaus
Seit den Siebziergerjahren des letzten Jahrhunderts seht das
stabile Holz-Bienenhaus im «Kirschgarten» von Binningen.
Zuerst fast nur von Landwirtschaft umgeben, wuchsen mit den
Jahren Ein- und Mehrfamilienhäuser immer näher an das
Domizil der Bienen heran. Heute umgibt eine schöne, grosse,
landwirtschaftlich genutzte Wiese das Bienenhaus, womit die
Immen ungestört ein- und ausfliegen können.
Schritt für Schritt habe ich inzwischen das Inventar ersetzt. Es
war vermutlich seit einem halben Jahrhundert in Betrieb. Vier
Autoladungen voll sind Recyclinghof fachgerecht entsorgt. Was
für ein gutes Gefühl. Mit dem modernen Material wie neues
Imkerwerkzeug, Entdeckelungsanlage, Honigschleuder,
Refraktometer, Abfülleimer, verschiedene Siebe, usw., lässt es
sich angenehm arbeiten.
Nachdem ich 2023 vier neue Beutekästen im Schweizerformat
in Betrieb genommen habe, ist im 2024 eine weitere
Bestellung für zusätzliche vier Beutekästen eingetroffen, im
Bienenhaus verbaut. Mit den vielen Schwärmen im 2026 sind
die neuen Kapazitäten bereits wieder aufgebraucht.
Hobby-Imker
Wie kam die Jungfrau zum Kind? Die gleiche Frage stellt sich
bei mir: wieso bin ich Hobby-Imker? Der langjährige Imker auf
unserem Familien-Bienenhaus in Binningen ist im Winter 2021
leider verstorben. Es stellte sich die Frage: wie weiter?
Nachdem Kollegen des bisherigen Imkers einige Völker
übernommen und ins hintere Baselbiet gezügelt haben,
entschloss ich mich, wenige Beuten zu behalten und zu
betreuen.
Honigernte
Fleissig wie eine Biene: das trifft auf die kleinen Flugakrobaten
zu. Bis ein 500g Glas gefüllt ist, sind rund 50'000 Flüge mit
vielen Flugkilometern notwendig.
Ist der Honig reif, die Wabe vollständig verdeckelt und der
Wassergehalt idealerweise unter 17.5%, wird sie an meiner
neuen «Abdeckelungsstation» fürs Ausschwingen in der neuen
Honigschleuder vorbereitet.
Der mehrfach gesiebte Honig ruht danach in neuen,
lebensmittelechten Behältern, der Schaum wird regelmässig
abgeschöpft und anschliessend in den neuen Abfüllbehälter
eingefüllt.
Honigshop
Die Frühlingsernte 2026 ist ab sofort verkaufsbereit. Der
feine, schmackhafte Blüten-Frühlingshonig weist
Pollenrückständen aus, siehe „Ernte 2026“.
500g-Glas CHF 15, 250g-Glas CHF 8
Jetzt warte ich auf das Ergebnis der Sommerernte, die Ende
Juni beginnt.
Aktuell
2024 gab es die ersten Sichtungen, 2025 hat sich die Asiatische
Hornisse stark ausgebreitet. Im Herbst warteten die
ungebetenen Gäste vor den Fluglöchern mit dem Ergebnis: die
Bienen fliegen nicht mehr!
Somit musste ich einen „Schutzzaun“ erstellen und die
Fluglöcher verbauen. Mit Erfolg, nach einer Eingewöhnungszeit
brummte es wieder vor und auf den Flugrampen.
Wissen aneignen
Imkern ist komplex, ein Bienenstand gilt als
landwirtschaftlicher Betrieb, mit entsprechenden Vorschriften
und Kontrollen. Wissen kann man sich auf der Website
bienen.ch, dem Portal für die Imkerei der Schweiz, aneignen.
Der zeitintensive Online-Imkerkurs vermittelt Grundwissen,
ergänzt mit zahlreichen Merkblättern.
Unerlässlich sind die Tipps und Kontrollen eines erfahrenen
«Imker-Gottis/-Göttis». Ich schätze mich glücklich, meinen
Bienen-Götti Florian Hoek, Berater und Kursleiter beim
Bienenzüchterverein Arlesheim, fast jederzeit um Rat und Tat
kontaktieren zu dürfen.
2023 und 2024 besuchte ich zusätzlich den zweijährigen
Imker*innenkurs. Der Ausbildner Martin Dettli führt eine
Demeter-Imkerei. Viele neue Erfahrungen ergänzen inzwischen
mein Wissen, auch schätze ich den Kontakt mit Imker*innen,
mit denen ich einige Kurstage verbringen durfte, sehr.
Ernte 2026
Im Frühjahr 2026 führte die lange Trocken- und Wärmeperiode
mit ausserordentlicher Pollenbildung zu leicht erhöhten
Pollenbeständen im Honig. Dieser ist sichtbar, wenn das
Honigglas mit frischem, flüssigem Honig auf eine starke
Lichtquelle trifft. Was man sieht, ist keine Verunreinigung,
sondern der gesunde Pollenbestand im naturbelassenen
Honig. Sobald der Honig kristallisiert, sind die Pollenbestände
verschwunden.
Mein Binninger-Honig wurde nach der Ernte dreifach gefiltert,
aber nicht erhitzt oder gerührt, und ist somit naturbelassen.
Wem die leicht erhöhten Pollenrückstände unangenehm sind,
darf das gekaufte Honigglas jederzeit zurückgeben.
Pollenrückstände im Honig sind völlig natürliche Bestandteile,
die durch den Blütenbesuch der Bienen in den Honig
gelangen. Sie machen den Honig einzigartig, denn durch eine
Pollenanalyse lässt sich z.B. die genaue geografische und
botanische Herkunft bestimmen.
In der EU müssen Pollen als wesentlicher Inhaltsstoff im Honig
erhalten bleiben. Im Gegensatz zu einigen aussereuropäischen
Ländern, wo Honig oft ultrafiltriert wird, ist Honig aus Europa
naturbelassen.